Was war das heute für ein Spiel des Jahres!
Mit über 460 Fans im Rücken war ein würdiger Rahmen geschaffen. Die VfB-Elf um Ladi Sorm (Cheftrainer im Urlaub) schwor sich kurz vor 14 Uhr in der Weinau ein, das Spiel zu bestimmen und als Derbysieger zu beenden. Nun weiß man, dass diese Vorsätze nicht immer greifen – denn der Gastgeber und Aufsteiger in die KOL ließ nichts unversucht, den VfB zu ärgern.
Die Mannschaft kam geschlossen oben auf dem Kummersberg an – und wurde dort mit einigen Pfiffen begrüßt. Dies setzte dem heutigen Gast noch mehr Lust auf das Stadtderby frei. Co-Trainer Ladi Sorm brachte es in der Mannschaftssitzung auf den Punkt:
„Wir sind und bleiben die Nr. 1 in Zittau – und so müssen wir auch spielen.“
Zum Spiel:
Es ging gleich in die sprichwörtlichen Vollen! Ehe man sich versah, lag der Ball beim VfB schon im Netz. Ausgerechnet der ehemalige VfB-Spieler und jetzige Lok-Kapitän Hendrik Dietrich zog aus gut 22 Metern ab – und traf in den oberen linken Winkel (1:0, 3.). So einen Schuss trifft man nicht in jedem Spiel! Das war gleich ein Ausrufezeichen der Gastgeber. Doch der VfB hatte ja noch 87 Minuten Zeit, das Ergebnis zu drehen.
Von da an spielte nur noch eine Mannschaft – und das war der VfB. Phasenweise drückte man den Gastgeber tief in die eigene Hälfte zurück und wartete auf Fehler von Lok. Schon vor dem 1:0 hatte es Chancen gegeben:
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Fin Papritz prüfte den Lok-Keeper, der den Ball nur abklatschen konnte (2.). Robert Barannikov kam frei im Strafraum zum Schuss, verfehlte das Tor aber knapp (5.).
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Kapitän Moritz Keller scheiterte mit einem Schuss nach einer Ecke knapp über die Latte (8.).
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Nach Vorarbeit von Jalloh schoss Halgas freistehend drüber (16.).
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Ein weiterer Keller-Schuss wurde vom Lok-Torwart sicher pariert (18.).
Doch dann war es endlich soweit: David Thömmes erzielte den Ausgleich zum 1:1. Er setzte sich auf der rechten Seite durch, zog in die Mitte und ließ mit rechts dem Lok-Keeper keine Chance (19.).
Lok kam danach noch einmal gefährlich vor das Tor, doch Mirek Dobrichovsky parierte sicher (21., 25.). Danach war von den Gastgebern offensiv nicht mehr viel zu sehen. Der VfB dagegen machte weiter Druck:
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Erik Zuiev, vor dem Spiel noch angeschlagen, zeigte eine starke Leistung. In der 30. Minute ließ er vier Gegenspieler stehen und konnte nur unfair gestoppt werden (Gelb für Lok).
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Nach einem Lupfer von Barannikov köpfte Jakob Frankiewicz knapp über das Tor (32.).
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Robert Vollrath klärte einen Konteransatz von Dietrich sicher (34.).
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Martin Halgas vergab eine Vorlage von Barannikov frei vor dem Tor (39.).
Doch kurz vor der Pause fiel die verdiente Führung: Robert Barannikov verwertete nach Vorlage von Papritz zum 1:2 (42.) – Halbzeitstand!
Zweite Halbzeit:
Nach Wiederanpfiff konzentrierte sich der VfB zunächst auf eine sichere Abwehr, blieb aber spielbestimmend und suchte die Entscheidung. In der 53. Minute musste man noch einmal aufpassen, doch Dobrichovsky hielt stark.
Der VfB hatte weiterhin Chancen:
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Ein Kopfball von Frankiewicz landete direkt in den Armen des Torwarts (56.).
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Einen Freistoß der Lok klärte Hauser, den anschließenden Ball lenkte Dobrichovsky über die Latte (70.).
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Papritz prüfte den Keeper mit einem Schuss, der gerade noch pariert wurde (83.).
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Barannikov hatte erneut eine Kopfballchance, setzte den Ball aber über das Tor (87.).
Dann die Nachspielzeit: In der 91. Minute erzielte Tim Luca Lehmberg mit einem Freistoß sein erstes Tor für den VfB – das 1:3!
Nun kochten die Emotionen hoch. Jeder VfB-Fan wartete auf den Abpfiff des souveränen Schiedsrichters Sebastian Runge, der diese brisante Partie problemlos leitete. Am Ende gab es nur noch Jubel und Dank an den fairen Gastgeber.
Ausblick:
Am kommenden Samstag steht das Nachholspiel gegen den Tabellenletzten Ostritzer BC an. Auf Wunsch der Zittauer wurde die Partie gedreht und findet am 20.09. in der Weinau statt.
Der VfB lädt alle Fans herzlich ein – mit Bratwurst und anderen Leckereien wird auch neben dem Platz für Stimmung gesorgt.
Auf geht’s, Männer!
Tut etwas für euer Selbstvertrauen – heute habt ihr damit begonnen.
Gez. K. Dutschke


