Wer hätte das heute gedacht?
Pokalspiele haben ihre eigene Philosophie: „Die Kleinen schlagen die Großen!“ Doch das Spiel heute hatte nichts mit „Groß gegen Klein“ zu tun – es war vielmehr eine ausgeglichene Leistung beider Mannschaften. Mit Großschweidnitz kam ein sehr unbequemer Gegner ins Weinaustadion, wo rund 100 Fans ein gutes Spiel sehen wollten.
Klar war, dass der gastgebende VfB unbedingt weiterkommen wollte – so auch die Ausrichtung vor dem Spiel. Cheftrainer Robert Simon sagte diesmal nicht viel, nur das Nötigste, denn man wusste genau, wie man spielen musste, um die nächste Runde im diesjährigen Kreispokal zu erreichen.
Wieder fehlten verletzungs- und urlaubsbedingt einige Spieler, darunter Sarif Jalloh und Kristian Rossen. Mit einem dennoch starken 16-Mann-Kader ging man vor den eigenen Fans in die Partie.
Es dauerte bis zur 10. Minute, bis es erstmals gefährlich vor dem Tor der Gäste wurde: Frankiewicz und Papritz vergaben die erste Chance. Danach ging es fast im Minutentakt weiter. Martin Halgas versuchte es aus der Distanz, da die Gästeabwehr aufgerückt war und das Tor leer stand – doch der Ball landete am linken Pfosten (12.). Drei Minuten später ein guter Freistoß von Halgas, doch der Gästetorwart parierte mit der Hand (15.). Schließlich ein Zuspiel auf den freigelaufenen Frankiewicz, doch er nahm die Vorlage von Halgas mit dem Kopf zu hoch an – Chance vertan (21.). Bis zu diesem Zeitpunkt war vom Gast kaum etwas zu sehen, und das blieb bis zur Pause so.
Finn Papritz, heute im Mittelfeld eingesetzt, probierte es ebenfalls, doch sein Schuss war zu schwach und ging am langen Pfosten vorbei (26.). Dann jedoch kehrte die Freude ins Weinaustadion zurück: David Thömmes, der schon im Ausscheidungsspiel gegen Lawalde getroffen hatte, bereitete in der 31. Minute zunächst eine Chance vor, die noch geblockt wurde. Doch zehn Minuten später war er da! Mit unermüdlicher Stärke ließ er auf der rechten Seite seinen Gegenspieler stehen und schoss mit Wucht zum 1:0 für die Blau-Gelben ein (42.). Mit dieser Führung ging es in die Pause – die aufgrund eines Unterbrechung etwas länger dauerte.
In der zweiten Hälfte hatte der VfB nur noch vier Möglichkeiten, da nun auch die Gäste aktiver wurden. Jungstürmer Robert Barannikov nutzte seine Schnelligkeit, doch sein Zuspiel auf Frankiewicz konnte dieser nur aus der Drehung auf den Torwart schießen (47.). Kurz darauf erneut Thömmes, aber sein Abschluss nach Barannikov-Zuspiel wurde verhindert. Die nachfolgende Ecke brachte nichts ein. Ein weiterer Schuss von Finn Papritz war ungefährlich – anschließend wurde er vom Trainer ausgewechselt (57./64.). Moritz Keller versuchte es in der 62. Minute noch einmal, doch auch sein Schuss war kein Problem für den Gästetorwart.
Ab der 70. Minute schlich sich dann der berühmte Schlendrian ins VfB-Spiel ein – anders kann man es nicht ausdrücken. Die Gäste, die zuvor sage und schreibe 68 Minuten ohne eigene Torchance geblieben waren, kamen plötzlich zurück ins Spiel. Der überraschende Ausgleich fiel durch einen Schuss ins lange Eck (1:1, 72.). Nun begann das Zittern beim Gastgeber: einfache Bälle wurden vertändelt, und es war nur eine Frage der Zeit, bis der K.o.-Schlag fiel. Großschweidnitz witterte seine Chance – und nutzte sie: Nach erneut schwacher Abwehrarbeit trafen die Gäste zum 1:2 ins linke obere Eck (82.).
Dann öffnete „Petrus“ die Schleusen, und ein kurzes Gewitter sorgte für eine 10-minütige Unterbrechung. Nach Wiederanpfiff hatten die Gäste sogar noch einen Pfostentreffer. Am Ende schied der VfB frühzeitig aus dem Pokal aus und muss sich nun voll auf den Punktspielbetrieb konzentrieren.
Klar, die Enttäuschung ist groß – zumal man im Pokal viel vorhatte. Aber: Köpfe hoch, Jungs! Mit Vollgas in die Punktspiele – es geht wieder aufwärts!
gez.: K. Dutschke