VfB lässt zahlreiche Chancen liegen – torloses Remis gegen Holtendorf
Vor lediglich rund 70 treuen Fans empfing der VfB am heutigen Spieltag den vermeintlichen Außenseiter, den Holtendorfer SV, in Zittau. Auf dem Papier schien die Ausgangslage klar – doch im Fußball gibt es bekanntlich keine Selbstläufer. Gerade die Gäste hatten zuletzt mit einem 3:0-Erfolg am Kummersberg für Aufsehen gesorgt und sollten entsprechend ernst genommen werden.
Cheftrainer Robert Simon hatte im Vorfeld gewarnt: Nur wer den Kopf frei hat, kann ein solches Spiel souverän angehen. Zudem musste der VfB auf einige Akteure verzichten, unter anderem auf Holger Handschick. Dennoch war klar: Ein Sieg war Pflicht, da die Konkurrenz ihre Nachholspiele nahezu geschlossen erfolgreich gestalten konnte.
Dominanter Beginn ohne Ertrag
Der VfB übernahm von Beginn an die Kontrolle und erspielte sich zahlreiche Torchancen. Bereits in den ersten 20 Minuten hätte es gut und gerne 3:0 stehen können. Jakub Frankiewicz verzog zunächst über das Tor, scheiterte wenig später an der Abwehr, und auch der Nachschuss landete nur am Pfosten. Ein starkes Solo von Jalloh blieb ebenfalls ohne Erfolg (2., 8., 13.).
In der Folge verflachte die Partie etwas und spielte sich überwiegend im Mittelfeld ab. Dennoch blieb der VfB das spielbestimmende Team, ließ jedoch weiterhin die nötige Konsequenz im Abschluss vermissen. Die Gäste kamen in der 40. Minute zu ihrer ersten großen Gelegenheit, doch der freistehende HSV-Akteur scheiterte am stark reagierenden VfB-Keeper.
Weitere Möglichkeiten durch Finn Papritz (Fernschuss links vorbei) sowie Frankiewicz und Tresnak wurden nicht genutzt oder von der Holtendorfer Defensive geklärt (30., 36.). So ging es torlos in die Halbzeitpause.
Schockmoment und strittige Szene
Nach der Pause kam der VfB deutlich entschlossener aus der Kabine und schnürte die Gäste in deren eigener Hälfte ein. Doch dann der nächste Rückschlag: Jakub Frankiewicz verletzte sich bei einem Sturz an der Schulter und musste mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus nach Zittau eingeliefert werden (47.). Eine genaue Diagnose steht noch aus.
Kurz darauf schien der Bann gebrochen: Jalloh traf zur vermeintlichen Führung, doch der Schiedsrichter erkannte den Treffer wegen angeblicher Torwartbehinderung nicht an – eine umstrittene Entscheidung (49.).
Chancenwucher rächt sich
Der VfB rannte weiter an, doch das Tor schien wie vernagelt. Die Gäste blieben über Konter und Distanzschüsse gefährlich. So musste VfB-Schlussmann Mirek einen 25-Meter-Schuss stark parieren (67.) und klärte auch die anschließende Ecke souverän (68.). Ein weiterer Distanzversuch der Holtendorfer strich knapp über das Tor (69.).
Auf der Gegenseite drängte insbesondere Robert Barannikov auf den Führungstreffer. Doch sowohl ein freier Abschluss als auch ein Kopfball verfehlten das Ziel knapp (65., 66.). In der 75. Minute scheiterte er erneut am Gästekeeper.
Die wohl größte Rettungsaktion gelang Tim Luca Lemberg, der einen Ball kurz vor der Linie klärte (83.). Auch ein später Flachschuss von Papritz fand nicht den Weg ins Tor.
Fazit und Ausblick
Am Ende blieb es bei einem enttäuschenden torlosen Remis. Der VfB zeigte großen Kampfgeist und erspielte sich Chancen für mehrere Spiele, ließ jedoch die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor vermissen.
Nun gilt es, das Spiel schnell abzuhaken und den Blick nach vorn zu richten. Am kommenden Samstag geht es – voraussichtlich ohne Frankiewicz und Tresnak – nach Gebelzig. Dort soll die Serie der ungeschlagenen Spiele weiter ausgebaut werden. Anstoß ist um 15:00 Uhr.
Kopf hoch, Männer – eure Fans stehen weiterhin hinter euch!
gez. K. Dutschke


